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Freitag, 25. September 2015

In der Grauzone

Ganz früher habe ich nicht darüber nachgedacht, was der Unterschied zwischen sinnlich und sexuell ist.
Dann habe ich mal versucht, Sexualität irgendwie zu definieren und bin zu dem Schluss gekommen, dass sie zu nicht-binär ist um sich wirklich abgrenzen zu lassen.

Dann, vor einigen Monaten, habe ich mich viel damit beschäftigt, und der Unterschied wurde wichtig. Und ich habe eine Definition gefunden - oder eher erfunden, denn sie ist letztendlich auch nur völlig willkürlich.
Aber ich brauchte sie, damit ein Begriff wie Asexualität überhaupt Sinn ergibt.

Und nun habe ich schon so oft anderen Menschen erklärt, was Asexualität bedeutet. Habe so oft sexuelle Anziehung versucht zu beschreiben. Und es fühlt sich immer mehr an wie eine völlig willkürliche Festlegung einer Grenze, die keinen natürlichen Grund hat, genau an dieser Stelle zu sein.

Montag, 13. Juli 2015

Anziehung, Attraktivität, Intimität - eine Erklärung

Nachdem ich mich bei meinen Freunden als asexuell "geoutet" habe, musste ich oft erstmal erklären, wie das denn mit der Anziehung allgemein so ist... denn wer da in die Norm passt (also meistens alle Arten von Anziehung gleichzeitig für eine Person empfindet), musste sich damit meist noch nie auseinandersetzen, und kann dann oft gar nicht richtig verstehen, was mit "ich empfinde keine sexuelle Anziehung" überhaupt gemeint ist.

Also schreibe ich jetzt mal einen Artikel dazu, was es mit Anziehung, Attraktivität und Intimität so auf sich hat. Vielleicht ist er noch mehr Leuten eine Hilfe, die sie bei Gelegenheit zur Erklärung verlinken können.

Freitag, 8. Mai 2015

Ich bin asexuell

Wie schon in einem anderen Artikel angedeutet, habe ich mich in letzter Zeit viel mit dem Thema Asexualität beschäftigt. So wie das bei mir üblich ist, wenn ich ein neues Thema habe, was mich beschäftigt: ich habe Videos geschaut, Blogs gelesen, Social Network-Seiten und -Gruppen dazu besucht.

Dabei ist mir auch die Information über den Weg gelaufen, dass heute eine Art Aktionstag ist, an dem etwas für mehr Sichtbarkeit (eines der Haupt-Anliegen der asexuellen Community) getan werden soll.

Zu Ehren des Asexual Visibility Day gibt es darum heute eine Spielkarte von mir:

Foto: Ein Stapel Spielkarten mit der Rückseite nach oben. Die unterste Karte ist umgedreht und schaut heraus, so dass sie als Kreuz-As zu erkennen ist.
(Bild: pixabay)

Und hier findet ihr die Erklärung zu der Karten-Aktion.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Reprise: wo fängt eigentlich Sex an?

Einen Artikel mit diesem Thema habe ich vor einiger Zeit schonmal geschrieben. Ganz im Sinne meiner skeptischen Einstellung gegenüber binären Schubladen, habe ich damals keine klare Grenze finden können - und eine unklare Grenze ist praktisch gar keine.

In letzter Zeit hat sich meine Meinung dazu verändert, deswegen schreibe ich jetzt nochmal darüber.

Mittwoch, 11. März 2015

Sprachbarrieren


Foto von einem bunten Papagei mit dem Text "Ist dieser Vogel schwarz oder weiß?"
(Bild: pixabay)

Stell dir vor, du läufst in deiner Heimatstadt umher. Eine Gruppe Touristen kommt auf dich zu und fragt dich, wo ihr euch gerade befindet. Sie halten dir einen Stadtplan unter die Nase, auf dem du ihnen eure Position zeigen sollst. Es ist der Plan einer anderen Stadt.

Du würdest sie darauf hinweisen, dass der Plan hier unbrauchbar ist, nehme ich an?
Nun stell dir vor, du bist von ganz vielen dieser Leute umgeben. Und sie sind empört darüber, dass du ihnen unterstellst, den falschen Stadtplan dabei zu haben. Aber du kannst ihnen auf der Karte von Berlin eben nicht zeigen, wo der Kölner Dom steht. Egal, wie sehr du dich bemühst. Richtig?


Freitag, 23. Januar 2015

Kuscheln, sinnliches Begehren, und die Angst vor Ablehnung - Sex vs. Freundschaft?


Portraitfoto: zwei junge Frauen lächeln in die Kamera, während eine die Andere von hinten umarmt.
(Bild: pixabay)
Wie ich ja schon öfter erwähnt habe, kuschel ich sehr gerne. Ich kann davon fast nie genug kriegen - zärtliche Berührung von geliebten Menschen ist so etwas wunderbar Schönes. Mit wem ich gerade wieviel und wie eng kuscheln mag, ist natürlich schon unterschiedlich, bei manchen Leuten fühle ich mich auch unwohl oder bin sehr vorsichtig, z.B. weil es sich anfühlt, als würden sie nicht genug auf meine Grenzen achten. Aber so allgemein gesprochen, gibt es kaum etwas Schöneres für mich als Kuscheln.

Neulich hab ich einen wunderschönen Abend mit Freunden verbracht, wo auch viel gekuschelt wurde... unter anderem mit einer Freundin, die ich sehr anziehend finde und ihr gerne noch näher kommen würde.
Nicht, dass das etwas Ungewöhnliches wäre - ich bin vermutlich in die große Mehrheit meiner etwa gleichaltrigen, weiblichen Freundinnen/Bekannten irgendwie verliebt, finde sie heiß, begehre sie oder wie auch immer man es nennen will... wenn man das so zählt, stehe ich wohl deutlich häufiger auf Frauen als auf Männer (Menschen mit nicht-binärem Geschlecht oder ohne Geschlecht kenne ich zu wenige um eine repräsentative Aussage dazu machen zu können).

Und jetzt gehe ich abends alleine ins Bett und fühle mich schwach, verletzlich, einsam... und wünschte, sie wäre bei mir. Das ist so eine Sehnsucht... die ist schon ein Bisschen schmerzhaft (aber trotzdem auch schön). Verliebtheit? Begehren?

Und weil ich erstens eine Ablenkung brauchte, und zweitens mich emotionale Situationen oft zum Nachdenken anregen, habe ich mir Gedanken über Begehren gemacht. Und dabei etwas über mich selber gelernt, was ich bisher nie so konkret in Worte fassen könnte - vielleicht hilft es mir, mit meinem Begehren in Zukunft besser umgehen zu können.

Freitag, 5. September 2014

Beziehungs-Status-Symbole

Heute wurde mir in eigener Erfahrung bewusst, wie sehr die Gesellschaft, in der ich lebe, auf dem Idealbild der Beziehungsrolltreppe aufbaut. Wie sehr es, von außen auf andere Menschen sehend, als Erfolgsmerkmal definiert wird, in einer "ernsthaften" Beziehung zu sein.
Wenn du keinen Partner hast, machst du etwas falsch, musst du unglücklich sein, mit dir ist irgendwas nicht in Ordnung... besorgt fragen die anderen Menschen: "wie kann es denn sein, dass du noch single bist, du bist doch so hübsch?" und ähnliche Dinge. Mitleidig, als ob es ein Misserfolg, ja gar eine Schande ist, "single" zu sein. Genauso wie z.B. ein Haus oder ein Auto, ist der Beziehungsstatus ein Statussymbol.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Romantisch, unromantisch, aromantisch, WTFromantisch?

Anlässlich einer der zahlreichen Diskussionen darüber, ob man als Beziehungsanarchist*in die eigenen Beziehungen noch in verschiedene Kategorien ("freundschaftlich", "romantisch", "sexuell", etc.) einteilen dürfe oder nicht, habe ich mich mal wieder durch einige englische Blogbeiträge zu dem Thema gelesen. Es scheint kein klarer Konsens darüber zu herrschen, und Andie Nordgren selbst habe ich noch nicht erreicht, um sie nach ihrer Meinung zu fragen.
Für mich selbst macht diese Kategorisierung einfach überhaupt keinen Sinn, und ich habe (vielleicht deswegen) auch Andies Texte immer in dieser Art interpretiert... es scheint aber auch Menschen zu geben, die gefühlsmäßig klar zwischen freundschaftlicher und romantischer Liebe differenzieren können, aber trotzdem nach allen Werten der Beziehungsanarchie leben wollen und diese auch als deutlich unterschiedlich zur nichthierarchischen Polyamorie wahrnehmen.

Dienstag, 29. April 2014

Wo fängt eigentlich Sex an?

Kürzlich saß ich mit einem Menschen, der seine polyamore Fühl-Weise gerade neu entdeckt hat, in einer Bar. Zwischen uns beiden hatte sich schon kurz nach dem Kennenlernen eine intensive Spannung gebildet - von der positiven Sorte. Eine Art aufgeregtes, neugieriges Knistern in der Luft. Während mein Gegenüber mir über den Unterarm streichelte und ich es dabei bis zu den Fußspitzen kribbeln spürte, unterhielten wir uns über ein Thema, was mich schon öfter mal in Gedanken beschäftigt hat: Was genau zählt eigentlich alles zu "Sex"?

Donnerstag, 6. Februar 2014

Beziehungsanarchie - Lieben nach dem Freundschaftsprinzip

Ich habe kürzlich mal versucht, zurückzuverfolgen, wer den Begriff  "relationship anarchy", den man auf englischsprachigen poly-Diskussionsplattformen doch recht oft liest, eigentlich erfunden hat.
Und ich bin bei Andie Nordgren gelandet, die auch das (mir schon länger bekannte) 8-Punkte-Manifest dazu geschrieben hat (Hier das Original auf Schwedisch und Englisch).

Mit Hilfe von Google-Übersetzer habe ich mich durch einige ihrer Blogbeiträge gelesen, und habe mich sehr stark darin wiedergefunden. Weil ich der Meinung bin, dass das Konzept Beziehungsanarchie auch im deutschsprachigen Raum mehr Aufmerksamkeit verdient hat, habe ich den Versuch gewagt, Andies Blogartikel "Relationsanarki" in flüssig lesbares Deutsch zu übertragen. Ich hoffe, die Übersetzung ist mir gelungen. Hinweise von Leuten, die Schwedisch besser verstehen als ich, werden gerne entgegengenommen.


(Bild: Liftarn)

Beziehungsanarchie

(frei übersetzt nach Andie Nordgren)

Warum ist Freundschaft in der Regel einfach und unproblematisch, während Liebesbeziehungen oft zerbrechen und man eine nach der anderen hat?

Dienstag, 4. Februar 2014

Ich teste den Test

Wie versprochen, habe ich mal den polyamoren Persönlichkeitstest von polytripod ausprobiert, um die Praxistauglichkeit (für mich) zu überprüfen und dabei vielleicht auch noch etwas über mich selbst zu lernen. Vielleicht regen die Fragen ja noch jemanden von euch dazu an, mal über Aspekte nachzudenken die ihr noch nicht so bewusst betrachtet habt?

Ich habe die Fragen und Antworten auf Deutsch übersetzt, das englische Original zum Nachlesen versteckt sich hinter dem obigen Link. Das Übersetzen war gar nicht so leicht, deswegen hat es auch etwas länger gedauert als gedacht...

Samstag, 1. Februar 2014

Persönlichkeit, Schubladen und Ankreuzfragen

(Bild: grusskarten-e-cards.de)

Ich habe ja ein sehr zwiegespaltenes Verhältnis zu Schubladen.

Einerseits bin ich oft unzufrieden mit dem Druck, mich in eine der gesellschaftlich vorgegebenen Schubladen (wie z.B. Freundschaft/Beziehung/Affäre) einsortieren zu müssen. Ich finde es schade, Menschen so undifferenziert zu betrachten und fühle mich (oder meine Beziehung im eben genannten Beispiel) dann als vielschichtiges Individuum nicht genügend wahrgenommen. Ich presse mich nicht gerne nur der Sprache halber in eine Form, die ich nicht als wirklich passend empfinde.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Alles oder nichts oder doch nur ein Bisschen was? Die zwei Poly-Typen

Stellt euch vor, ihr lernt jemanden kennen, findet den anziehend, und er euch auch. Beim besseren Kennenlernen merkt ihr aber, dass ihr in einigen Bereichen sehr unterschiedlich seid, die für das Funktionieren einer klassischen Beziehung (also nicht monoamor aber ansonsten halt das was man üblicherweise darunter versteht) wichtig wären. Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

Donnerstag, 9. Januar 2014

Beziehungen auf Entisch: Geschichten statt Schubladen

(Bild: Marek Zaleski)
Ich tue mir ja oft schwer, die Beziehungen zu den Menschen in meinem Umfeld in irgendeine Schublade zu stecken, sie mit einem einzelnen Wort zu benennen. Ich bezeichne all die Menschen, die ich liebe, als meine Freunde. Aber das ist so kurz, und so ein weit gefasster Begriff... und die Verbindungen, die ich zu jedem einzelnen Menschen habe, sind so unterschiedlich, dass man mit dem Wort "Freundschaft" alleine noch kaum mehr darüber weiß als ohne.

Samstag, 7. Dezember 2013

Fährst du auf der Beziehungsrolltreppe?

Ich habe freundlicherweise die Erlaubnis bekommen, diesen Blog-Beitrag ins Deutsche zu übersetzen. Das Original hat Aggie Sez in ihrem Blog Solo Poly veröffentlicht, und ich habe es schon oft irgendwo verlinkt um meine Erklärungen zu verdeutlichen. Nun muss ich endlich nicht mehr auf die englische Version zurückgreifen, und dieser Text kann auch denjenigen zugänglich gemacht werden, die des Englischen nicht mächtig sind. Einige Wendungen waren sehr schwierig zu übersetzen. Wer sich also nicht sicher ist, dem empfehle ich, zum besseren Verständnis auch das englische Original zu lesen.